Alltagsgeschwafel, Gedanken

Über Loslassen und Freiheit

18. Juni 2015

Ich dachte immer, alles was mich am Leben hielt warst du. Doch jetzt merke ich, mich wird alles am Leben halten, außer dir.

Frei sein, loslassen und genießen.
Mein Leben genießen, das was ich habe. Glücklich über das zu sein, was ich besitze und nicht dem hinterhertrauern, das ich nicht besitze. Genau das wollte ich schon lange mal wieder.
Doch es ging nicht. Es ging wegen dir nicht. Ich konnte nicht loslassen. Du warst schon lange weg, aber trotz allem fest in meinem Herzen. Dort konnte ich dich nicht so einfach rausschmeißen. Ich weiß, ich kann dir keinen Vorwurf machen. Hätte konsequenter sein müssen, mein Ziel vor Augen halten. Was will ich eigentlich? Wollte ich hingehalten werden? Welchen Sinn und Zweck würde es haben? Garkeinen. Doch diese Erkenntnis kommt erst spät. Besser spät, als nie.

An diesem Tag ging alles in mir durch. Angesammelter Frust, all die Wut und die Trauer über das, was ich verlor, über dich und dein unmenschliches Verhalten, welches du an den Tag gelegt hast. Wieso ließ man es sich so lang gefallen.
Wie du dort saßt, zusammengekauert auf deinem Bett. Dir schien alles so gleichgültig. Hast mir nicht einmal in die Augen blicken können. Aber ein Grinsen, dieses ernidrigende Grinsen, das brachtest du zu Stande. Überfordert mit der Situation warst du. Ich war einfach da, ich konfrontierte dich – mit allem, das erste Mal. Das warst du nicht gewohnt und ich fühlte mich gut dabei, das erste Mal.
Dir war es ins Gesicht geschrieben, wie unangenehm dir diese Situation war. Und weißt du was? Ich habe es genossen. Ich habe es so genossen, dir meine Meinung sagen zu können, wohlwissend, dass es diesmal keine Ausreden gab. Die gab es einfach nicht. Kein wenn und kein aber, keine Gegenargumentation, kein Richtig oder Falsch, kein Versuch mit mir zu diskutieren. Denn es gab keinen Grund, es gab keinen Grund sich für ein falsches Verhalten zu rechtfertigen. Und ausnahmesweise hab ich es genossen und war stolz darauf, mich zu trauen dir all das zu erzählen.
Nach all dem was passiert ist, mal über dir zu stehen und zu wissen, dass du weißt es war ein Fehler. Zugeben würdest du es niemals, ich weiß. Aber es reicht mir zu wissen, dass du genau weißt einen Fehler begangen zu haben. Die Blicke reichten mir, die beschämenden Blicke auf den Boden. Das mir nicht in die Augen sehen können. Bestätigung genug für mich. Ich akzeptiere es nicht geliebt zu werden aber ich akzeptire es nicht, verarscht und verletzt zu werden.

Ich fühlte mich so frei. Habe endlich keine Angst mehr gehabt dir meine Meinung zu sagen. Sonst hatte ich es, hatte Angst so könnte ich dich verlieren. Was für ein Quatsch. Das hatte ich eh schon. Doch dann spiel nicht. Nicht mit mir, nicht mit der Person, die du einzigst geliebt hast.
Und dann spürte ich es wieder. Das Gefühl der Freiheit. In dem Moment, als ich über der Türschwelle hinweg war, ich lief das Treppenhaus runter und fühlte mich frei. Nach einem halben Jahr konnte ich endlich abschließen. Nach ganzen 6 Monaten die du mich in Ungewissheit hast leben lassen und die damit verbundenen Qualen fielen im Nu von mir ab. Mein Herz fing wieder an zu schlagen. Nicht mehr für dich sondern für mich und mein Leben. Ich spürte den Wind an mir vorbei wehen, die Lebenslust und liebte es frei zu sein. Allein zu sein.

Ich dachte, mich könnte nichts glücklicher machen, als dich an meiner Seite zu haben. Und nun weiß ich, dich an meiner Seite zu haben, hätte mich niemals lange glücklich machen können.

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17 Comments

  • Reply Constance 11. Juli 2015 at 4:07

    Love your pants, beautiful casual look!

  • Reply Cherifa 9. Juli 2015 at 15:07

    Maus du schreibst einfach so traumhaft schön 🙂

    Liebe Grüße
    curls all over – fashionblog

  • Reply Melanie Dörner 7. Juli 2015 at 15:07

    Toller Text und toller Look 🙂

    Liebe Grüße
    Melanie von Glitter & Glamour

  • Reply Joana 6. Juli 2015 at 16:36

    Die Zeilen die du schreibst sind super!! Ich denke vielen ging es schonmal so, inklusive mir 😀

    Liebste Grüße ♥ Joana
    TheBlondeLion

    Ich würde mich riesig freuen, wenn du bis einschließlich morgen noch beim
    Styleticket für mich abstimmen kannst
    – DANKE <3

  • Reply Frau S. 1. Juli 2015 at 13:19

    toller Text 🙂 Konnte mich sehr in dich hinein fühlen. Nur hast du mal die Wahrheit einem solchen Menschen gesagt. Ich habe es leider nicht hingekriegt. Ich habe grossen Respekt vor dir, dass du das geschafft hast, obwohl man die Schmerzen die du empfunden haben musst zwischen den Zeilen lesen und fühlen kann. Du bist eine sehr bemerkenswerte junge Frau 🙂

    • Reply Feenstaub 9. Juli 2015 at 16:25

      Jedes mal freue ich mich über einen Kommentar von dir 🙂
      Ja das habe ich und ich bin auch stolz darauf! Ich denke, jeder sollte den Mut dazu haben, denn schließlich ist irgendwann auch mal gut 🙂
      Vielen lieben Dank!

  • Reply nathalie 26. Juni 2015 at 13:40

    das hast du echt schön geschrieben 🙂
    LG*

    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

    • Reply Feenstaub 9. Juli 2015 at 16:25

      Freut mich sehr zu hören, danke dir Nathalie 🙂

  • Reply AllAboutLena 21. Juni 2015 at 2:33

    Toller Post! Mir gefällt deine Art zu schreiben, der Text klingt so persönlich und ehrlich!

    Liebste Grüße
    Lena
    https://allaboutlena.wordpress.com/

  • Reply Jessy 19. Juni 2015 at 16:24

    Wie immer super schön geschrieben.

    Liebe Grüße Jessy von Kleidermädchen

  • Reply liebe was ist 19. Juni 2015 at 11:13

    berührende Worte! ich denke im Leben hat man immer die Wahl … und es ist mit Sicherheit die bessere sich von den Menschen im Leben zu trennen, die einem nicht gut tun!

    ganz liebe Grüße,
    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

    • Reply Feenstaub 19. Juni 2015 at 12:31

      Das sehe ich ganz genau so liebe Tina 🙂
      Liebste Grüße zurück <3

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